7-Tage mitfahren - MUT-TOUR

7-Tage-mitfahren

Werde Teil eines Etappen-Teams

Du hast Lust 2020 für 7 Tage bei einem unserer Tandem-Teams mit täglicher Öffentlichkeitsarbeit, (Wild-)Zelten und Outdoor-Erlebnissen dabei zu sein? Wir sind immer auf der Suche nach neuen Teilnehmenden! Folgend findest Du die wichtigsten Fragen rund um Deine Etappen-Teilnahme – aktuell noch anhand der 2019er Daten – 2020 wird es vss. ähnlich aussehen!

Das Wichtigste in Kürze

Gelegentlich unter- oder überschätzen sich manche Menschen. Deswegen verteilen wir die Plätze erst, nachdem sich Interessierte und Teamer (Tourleitung) bei einem der drei MIT-MACH-Wochenenden 2020 in Niederkaufungen bei Kassel kennengelernt haben: Hier geht es zu noch mehr Infos und zur Anmeldung.

Folgende Termine stehen zur Verfügung:

  • 17.04. – 19.04.2020
  • 24.04. – 26.04.2020
  • 15.05. – 17.05.2020

Uns geht es dabei nicht darum, die „besten“ Teilnahmeinteressierten herauszupicken, im Gegenteil: Zwischen 2012 und 2019 haben uns letztlich immer ein paar neue Leute gefehlt. Andersherum: Es melden sich nach den Wochenenden immer einige wieder ab, weil sie für sich gemerkt haben, dass eine Teilnahme (noch) nicht passt. Dass Interessierte letztlich von unserer Seite nicht mitkommen können, kommt vor, ist aber sehr selten. Wir möchten unsere Verantwortung den Etappenteams, also allen Teilnehmern und Tourleitern gegenüber, wahr und ernst nehmen. Wenn wir (einseitig) das Gefühl haben, dass eine Person sich und/oder andere überfordern würde, teilen wir das beim oder meist nach dem Wochenende mit.

2019 gab es folgende Strecken auf denen jeweils zwei neue Teilnehmende und vier Bestandsteilnehmende unterwegs waren – zwei davon bilden immer die Tourleitung des Teams.

  • Team Nord
    • Etappe 1: Fulda-Bonn, 14.-22.6.19 (inkl. An- und Abreisetag, reine Fahrzeit je 2 Tage weniger!)
    • Etappe 2: Bonn-Osnabrück 23.6.-1.7.19
    • Etappe 3: Osnabrück-Lübeck 26.7.-3.8.19
    • Etappe 4: Lübeck-Berlin 4.-12.8.19
    • Etappe 5: Berlin-Jena 16.-24.8.19
    • Etappe 6: Jena-Braunschweig 25.8.-2.9.19
  • Team Süd
    • Etappe 1: Fulda-Regensburg 14.-22.6.19 (inkl. An- und Abreisetag, reine Fahrzeit je 2 Tage weniger!)
    • Etappe 2: Regensburg-Friedrichshafen 30.6.-8.7.19
    • Etappe 3: Friedrichshafen-Karlsruhe 19.-27.7.19
    • Etappe 4: Karlsruhe-Trier 11.-19.8.19

Unsere Etappen-Teams sind immer zu sechst unterwegs: idealerweise bestehen sie aus 2 Bestandsteilnehmenden (Teilnehmende, die mind. das zweite Mal an einer Etappe teilnehmen und damit den Etappenalltag bereits kennen), 2 Neu-Teilnehmende sowie 2 ehrenamtlich tätige Tourleitende, die i.d.R. durch eigene, wiederholte Teilnahme an Etappen sowie durch die Teilnahme an internen Workshops in die Rolle der Tourleitung gewachsen sind.

Es kann auch sein, dass Studierende Teil der MUT-TOUR Teams sind, die während der Etappenteilnahme Stoff für eine Abschlussarbeit sammeln.

Neue Leute können sowohl für das MITMACH-Wochenende als auch für Etappen ausschließlich alleine Interesse bekunden, also nicht mit Partnern, Freunden, Familienmitgliedern etc.
Das wichtigste Argument ist, dass Leute, die bereits vor ihrer Etappenteilnahme verpartnert, verwandt oder befreundet waren, den anderen im Team gegenüber im Falle eines Konfliktes kaum unbefangen reagieren können.
Aus rein organisatorischen Gründen können wir „abhängige“ Anmeldungen auch nicht weiter leisten: 2018 haben wir es mit ca. 5 Pärchen ausprobiert und bei fast allen kam entweder kein Termin für beide zustande bzw.  – für uns und andere Beteiligte – viel schlimmer: Eine Person war irgendwann im Vorfeld verhindert und die andere Person hat gleich mit abgesagt. Das erschwert die Koordination der Teambesetzung. Die statistische Chance, dass zwei fehlen, wenn eine Person krank ist, ist genau doppelt so groß als sonst.

Du musst nicht explizit sportlich sein! Wichtiger ist, dass Du eine geeignete Einstellung mitbringst und es „passt“. Für folgende Tätigkeiten solltest du dich aber im Stande fühlen:

  • In einem 6er-Team auf drei Tandems radeln.
  • Im Schnitt fahren wir pro Tag etwa 55km. Dies ist meist gut machbar, aber dennoch tagfüllend und auch körperlich anstrengend. In extremen Fällen können es auch mal nur 35km (Allgäu) oder gar 90km (Nordsee bei Rückenwind) werden. De facto gibt es angepasste Tages-Leistungen bzw. bleiben wir flexibel, weil wir keine fixierten Nachtquartiere haben. Zur Not steigen wir, bspw. bei Rekordtemperaturen in die Bahn.
  • Einige Tage und Nächte lang in der Gruppe zelten und auch mal bei spontanen Gastgebern übernachten. Durch zwei Etappen, in denen indoor (vorab organisierte Übernachtungsmöglichkeiten bei Partnern aus dem psychosozialen Kontext, Sportvereinen oder kirchlichen Organisationen) übernachtet wird, können auch Teilnehmende mitkommen, die nicht zelten wollen oder können.
  • Wir bemühen uns nach Kräften, täglich mehrere Interviews mit Journalisten und zusätzlich einige „Selfies“ vom Stativ, bspw. vor Rathäusern, zu leisten.
  • Ein „Outing“ innerhalb der Gruppe ist Voraussetzung, ebenso wie ein grundsätzlich offener Umgang mit dem Thema. Aber: Eine anonyme Teilnahme an der Pressearbeit ist möglich bzw. sogar gar nicht schlecht. Dafür haben wir einen Smiley dabei, den man sich vors Gesicht halten kann. Damit wollen wir auch die große Mehrheit von Menschen repräsentieren, die sich NICHT outen können oder wollen.
  • Generell gilt: Depression ist im MUT-TOUR-Team-Alltag weder ein Muss – noch ein Tabu-Thema.

Die MUT-TOUR läuft für alle teilnehmenden Personen auf Selbstkosten-Basis:

  • Fahrtkosten: An- und Abreise zu einem der beiden MITMACH-Wochenenden (s.o.), An- und Abreise um Deine Etappe herum. Es gibt für Leute mit wenig Geld i.d.R. Möglichkeiten der Fahrtkostenunterstützung. Spreche uns dazu bitte an.
  • Vorabüberweisung Deiner Futterkosten: 10 Euro pro Tag als Anteil für die Essenskasse Deiner Etappe. (Wenn Du ganz knapp bei Kasse bist, gibt das Projekt 5€ pro Tag dazu)
  • Für die sportmedizinische Untersuchung können evtl. Vorabkosten entstehen. In 99% der Fälle übernehmen die Kassen diese Kosten. Aber: Im Gegensatz dazu werden 95% der tatsächlichen Kosten, die für die Organisation und Durchführung der Etappen notwendig sind, von unseren Kostenträgern getragen.
  • Zugfahrten, die während der Etappe geplant stattfinden, werden vom Projekt bezahlt.
  • Du hast oder leihst Dir Isomatte, Schlafsack, zwei Radhosen mit Einlagen und Regensachen. Zelt & Co werden gestellt. Mehr Details erhälst Du im Briefing.
  • Du hast Lust auf Gruppe, Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft.
  • Dir ist klar, dass es nicht immer nett und lustig, sondern auch mal „spannend“ ist und dass Du Dich einbringen musst.
  • Du kannst nicht mit (D)einen Freunden, Partnern oder Verwandten an derselben Etappe teilnehmen. Damit es keine Voreingenommenheiten gibt, sind bei der MUT-TOUR alle TN „alleine“ dabei.
  • Du meldest Dich selbst bei uns.
  • Du verzichtest während Deiner Etappenteilnahme auf Alkoholkonsum. Es spricht allerdings Nichts gegen ein alkoholfreies Bier, etc.

Bei der MUT-TOUR fahren keine Ärzte oder Therapeuten als behandelnde mit. Es gibt kein Begleitfahrzeug oder dergleichen. Aber: Wir haben eine Telefon-Hotline und die nächste Notfallstation ist meist nie wirklich weit entfernt.

Die MUT-TOUR mag für die meisten Beteiligten anti-depressiv und für einige gar therapeutisch wirksam sein. Sie ist aber definitiv kein Therapieangebot. Mit der Bescheinigung, die Dir Dein Hausarzt, Psychiater oder Psychologe unterschreiben muss, soll ausgeschlossen werden, dass Du stärker als akut mittel-stark depressiv betroffen bist. Wir schließen akut depressiv-Betroffene nicht aus, weil Depressionen bei den meisten kommen und gehen. Es gibt Teilnehmer, die trotz akuter Depression gut mitfahren können, ohne sich oder uns zu überfordern. Haupt-Zielgruppe sind dennoch die „Nicht-mehr-akut-Betroffenen“, die von ihren Erfahrungen mit ihren Episoden berichten können. Ihre Berichte sollen helfen, anderen Menschen Mut zu machen, in Behandlung zu gehen, Selbsthilfe zu betreiben, usw.

Depressionen betreffen viele Menschen, auch solche mit zusätzlichen Erkrankungen wie Borderline, Psychosen und Bipolarität. Gut eingestellte Menschen mit Bipolarer Störung können wir im Team mitnehmen, viele andere leider nicht. Dafür ist unser Presse- und Team-Alltag zu anstrengend. Das können wir leider weder leisten noch auffangen.

Eines unserer größten Ziele bei der Tour ist die Berichterstattung über Projekt und Anliegen. Wir haben meist 1 bis 4 Interviews am Tag, die 10 bis 60 Minuten gehen. Manchmal nehmen die Lokaljournalisten unser Informationsangebot sehr ausgiebig wahr. Warum? Weil sonst anscheinend wenig Menschen offen und gelassen über Depressionen sprechen. Hinzu kommen noch ein paar „Selfies“ pro Tag – also fest einstudierte Formationen vor Sehenswürdigkeiten eines Ortes. Diese werden mit angepasster Pressemitteilung an die Vor-Ort-Medien gemailt. Da nicht immer alle aus dem Team gleichzeitig mit den Journalisten reden können, können sich die anderen ausruhen oder mit Bürgern ins Gespräch kommen.

Neben unseren festen Interviewterminen kommen wir während unserer öffentlichen Mitfahr-Aktionen, Aktionstagen mit Infoständen, beim Einkaufen, während Pausen im öffentlichen Raum und bei unseren Übernachtungsorten immer wieder mit Bürgern in Kontakt. Diese Gespräche sehen wir auch als Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit an, da wir hier Menschen verschiedenster Lebenslagen und -realitäten erreichen und sich immer wieder herausstellt, dass einige von ihnen in irgend einer Art und Weise mit dem Thema psychische Erkrankungen in Kontakt gekommen sind, ob nun als betroffene oder angehörige Person. Zusätzlich gibt es auch Mini-Dialogveranstaltungen, wo bspw. ein Team mit Mitarbeitenden der Städte/Kommunen ins Gespräch kommt oder wir die MUT-TOUR und unser Anliegen im Rahmen eines Gesprächskreises eines psychosozialen Partners vorstellen. Die Kontaktmöglichkeiten sind hier sehr vielfältig und unterscheiden sich je nach Ort und Projektjahr.

Zudem gilt, niemand wird auf Gruppenfotos zum Grinsen oder bei Presseterminen zum Sprechen gezwungen. Wenn jemand Anonymität möchte, ist das absolut okay bzw. sogar ganz gut. Es zeigt doch auch, wie wichtig Anti-Stigma-Projekte wie die MUT-TOUR sind. In diesem Sinne: Oute Dich bitte nur soweit, wie Du wirklich möchtest! Für Teilnehmende, die Ihre Anonymität wahren möchten, haben wir Smiley-Schilder im Gepäck, die für Pressefotos vor das eigene Gesicht gehalten werden können.

  • Um 7 Uhr wird aufgestanden und jedes Teammitglied hat eine individuelle Aufgabe. Die Aufgaben im Team rotieren. Wir haben Benzin- bzw. Gaskocher, Töpfe, Tellerchen & Co dabei. Gekocht wird vegetarisch, wenn dringend nötig gibt es vereinzelt rein vegane Kost. Die Kommunikation im Team verläuft an einigen Stellen basisdemokratisch, an anderen Stellen macht die Tourleitung klare Ansagen. Es gibt täglich den moderierten „WuV“ (ausgeschrieben: Wir um vier oder wir um fünf) zwischen 14 und 17 Uhr. Dort werden Befindlichkeiten und Themen besprochen. Zusätzlich wird der letzte Tag nachbesprochen. So ein WuV dauert i.d.R. 10 bis 30 Minuten je nach Gesprächsbedarfen.
  • Je nach Sonnenstand versuchen wir zwischen 16 und 19 Uhr einen Schlafplatz zu finden. Das dauert meist nicht lange (15-45 Minuten), selten mal über 60-80 Minuten. Die „Zeltstadt“ abends aufzubauen, zu kochen, abzuwaschen, sich zu waschen (See, Fluss, Outdoor-Dusche, manchmal eine „echte“ Dusche), etc. dauert ca. 2-4 Stunden, je nach Eingespieltheit des Teams. I.d.R. bleiben 7-8 Stunden für guten Schlaf. Der ist wichtig.
  • Bitte keine Beschwerden, wenn es mal an einem oder mehreren Tagen ganz anders läuft. Unser Anspruch ist stets, Probleme vor Ort zu lösen. Wenn es mal technische Defekte oder soziale Herausforderungen gibt, werden die Nächte kürzer. Dafür wird selten jemand nach Hause geschickt. Wir sind nicht „TUI für Depressionserfahrene“ oder so ein Käse.
  • In den klassischen Outdoor-Etappen haben wir bisher etwa 3/4 der Nächte im Zelt verbracht, das war meist sehr schön und immer im Einklang mit der natürlichen und auch der menschlichen Umwelt! Es tut sich häufig ein tolles Plätzchen auf, wir haben aber auch viel Kontakt mit unbekannten Bürgern. Letzteres ist Teil gehört auch zu unserer Öffentlichkeitsarbeit.
  • In den sogenannten „Indoor-Etappen“ sollen folgenden Menschen eine Mitfahrt ermöglicht werden:
    • Menschen mit Rückenproblemen
    • Teilnehmende mit Ängsten bzgl. Sicherheit der Übernachtung bzw. sonst auch
    • Leute, die keine Lust auf Zelten haben

Wenig! Für Leute mit Tendenz zum Gruppenkoller ist die MUT-TOUR nicht das Richtige. Nachts im Zelt solltest Du Deine Ruhe haben. Schnarchende Personen bringen als einzige ein eigenes, viertes Zelt mit ;-). Es ist leider nicht möglich, dass wir mit 6 Zelten fahren, ansonsten sind Ohropax auch sehr nützlich.

Teilnehmende berichten seit 2012, dass sie schon das erste Treffen als „wie ein Nach-Hause-Kommen“ erlebt haben. Ja, die MUT-TOUR ist ein tolles Netzwerk sensibilisierter Menschen mit und ohne Depressionserfahrungen.

Wenn jemand einen Durchhänger hat, versuchen wir es durch Gepäckverlagerung oder Co-Pilotenwechsel aufzufangen. Wenn das nicht klappt oder wenn eine teilnehmende Person wider Erwarten mit der Gruppe oder die Gruppe mit ihm/ihr nicht zurechtkommt, kann es zum Abbruch kommen. Es ist wichtig, dass alle Teilnehmenden (TN) ihren Beitrag dazu leisten, dass wir eine positive Zeit haben. Wenn dies nicht gelingt, kann es nötig werden, dass ein TN, die Gruppe verlässt. Aus Selbstachtsamkeit, weil er/sie doch überfordert war oder weil die Person dauerhaft Probleme erzeugt hat. Für den Fall, dass eine bestimmte Person vom Rest der Gruppe als problematisch empfunden wird und selbst keine Einsicht/Reflektion hat: Alle TN unterschreiben vor dem Etappenstart, dass sie im Extremfall aus der laufenden Etappe ausgeschlossen werden können. Dieser Ausschluss geschähe durch die Tourleitung – in Absprache mit den anderen im Team und der Projektleitung. Bei den bis dato 40 Etappen hätte das 3-5 mal vorkommen sollen, ist es aber in diesen konkreten Fällen nicht. Damit sich Teilnehmende und MUT-TOUR besser kennenlernen können, machen wir nun die MITMACH-Wochenenden VOR einer Etappen-Zuteilung bzw. -Zusage.

Für einen besseren Einblick in den Etappenalltag empfehlen wir Dir unsere Etappen-Tagebuch-Einträge auf unserem MUT-MACHER Blog oder unsere MUT-TOUR Broschüre (die untere Broschüre!).

Zusätzlich sind bei unseren MITMACH-Wochenenden immer auch Bestandsteilnehmende der MUT-TOUR dabei, die teilweise schon seit mehreren Jahren bei der MUT-TOUR dabei sein. Hier kannst Du neben dem ersten Telefon-Briefing vorhandene Fragen klären und Vorfreude auf eine Etappen-Teilnahme entwickeln ;).

Wir suchen wieder Etappenteilnehmende für 2020! Interessiert?

Dann komm zu unseren Mitmach-Wochenenden – weitere Informationen und Anmeldung hier.

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