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Familie und Depression – Medizinische Einordnung

Verwandt, vereint, verloren?

Familie bildet die Basis für die seelische Entwicklung von Kindesbeinen an. Hier wird der Grundstein für emotionale Stabilität und psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gelegt. Bei der Entstehung von Depressionen hat die Herkunftsfamilie, in die man geboren wird, eine besondere Bedeutung.1http://www.oif.ac.at/service/zeitschrift_beziehungsweise Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass genetische Faktoren das Erkrankungsrisiko beeinflussen. Aus Zwillings- und Adoptionsstudien weiß man: Das Risiko für eine Depression ist höher, wenn andere Blutsverwandte ebenso daran erkrankt sind. Das gilt besonders dann, wenn diese in einem frühen Alter erstmals erkrankten.2https://www.netdoktor.de/krankheiten/depression Dennoch lässt sich nicht alles auf die Gene zurückführen. Auch äußere Bedingungen spielen eine große Rolle. Von einer vererbten Veranlagung geht man etwa bei Menschen mit erhöhter seelischer Verletzlichkeit (Vulnerabilität) aus. Bei ihnen kann schon wenig Stress eine Depression nach sich ziehen. Erheblichen Einfluss haben dabei Erfahrungen, die man in der frühen Lebensphase gemacht hat. Menschen mit traumatischen Erlebnissen in der Kindheit wie Missbrauch oder Vernachlässigung sind besonders gefährdet. Die emotionale Verletzung kann zu fehlender Selbstsicherheit und Selbstvertrauen führen. Depressionen sowie Angstzustände können teilweise erst Jahre später die Folge sein. Sie erschweren der betroffenen Person den Alltag und deren zwischenmenschliche Beziehungen zu anderen. So verändert eine Depression nicht nur den Erkrankten selbst, sondern auch den ganzen Familien- und Freundeskreis.3https://gedankenwelt.de/wenn-kinder-unter-emotionaler-vernachlaessigung-leiden Auch die umgekehrte Perspektive ist erwähnenswert: Schwere Krankheiten oder der Tod eines geliebten Menschen rufen oft Trauer und Verlustgefühle bei dessen Familienmitgliedern hervor. Dauert die Trauer länger an, kann sich hieraus auch eine Depression entwickeln. Auf der anderen Seite kann die Familie aber auch eine wichtige Stütze bei der Bewältigung von depressiven Krisen sein oder einen Schutz vor Rückfällen bieten. Schließlich erkranken Menschen mit stabilen Bindungen seltener an Depressionen.4https://www.gesundheitsinformation.de/depression

Eine medizinische Einordnung von Dr. Heidrun Riehl-Halen, Auszug aus unserer Broschüre Unter besonderen Umständen.

  1. http://www.oif.ac.at/service/zeitschrift_beziehungsweise
  2. https://www.netdoktor.de/krankheiten/depression
  3. https://gedankenwelt.de/wenn-kinder-unter-emotionaler-vernachlaessigung-leiden
  4. https://www.gesundheitsinformation.de/depression

Auszug aus unserer im Mai 2018 erschienen Broschüre Unter besonderen Umständen

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