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Anzeichen einer Depression

Mitunter ist es schwierig, zwischen ein paar schlechten Tagen und dem Beginn einer Depression zu unterscheiden. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Dauer der Symptome. Wenn mehrere der folgenden Anzeichen länger als 14 Tage anhalten, kann dies möglicherweise auf eine Depression hinweisen und der Betroffene sollte ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat suchen: gedrückte Stimmung Interesse- / Freudlosigkeit auch bei sonst angenehmen Tätigkeiten, Antriebsmangel, bleierne Müdigkeit oder ungewöhnlich starker Bewegungsdrang, Ängste, innere Unruhe geringes Selbstwertgefühl, vermehrte Selbstkritik Konzentrationsprobleme, Hang zum Grübeln, Entschlussunfähigkeit, Schuldgefühle, Schwarzmalerei, Schlafstörungen oder stark erhöhtes Schlafbedürfnis. Das Gefühl, dass alles zu viel ist, „Gefühl der Gefühllosigkeit“, innere Leere Appetitlosigkeit oder übermäßiges Bedürfnis zu essen, körperliche Symptome, für die es keine organische Erklärung gibt tiefe Verzweiflung, sowie Suizidgedanken.

Depressionen können sich auch vor allem durch körperliche Symptome, sogenannte somatische Beschwerden, äußern. Kopf- und Verdauungsbeschwerden, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Gliederschwere oder Rückgang der Libido können auf eine Depression hinweisen. Schwindel tritt als Symptom ebenfalls oft auf und auch Ohrgeräusche (Tinnitus) sind kein seltenes Phänomen. Stehen die körperlichen Beschwerden stark im Vordergrund, so kann dies die frühzeitige Diagnose erschweren. Depressionen geben sich oft auch in Sprache, Mimik und Gestik zu erkennen, die dann verlangsamt und erstarrt erscheinen.

 

Der Verlauf einer Depression

Die meisten Depressionserkrankungen treten als sogenannte rezidivierende depressive Störung auf, d.h. es bleibt nicht bei einer einzigen Episode. Die Rückfallquote für Depressionen, d. h. dass es irgendwann erneut zu einer Depression kommt, liegt zwischen 50 und 70 Prozent. Die Krankheit verläuft generell in Phasen, die in Schweregrad und Dauer variieren können. Die Dauer einer Episode kann zwischen wenigen Wochen und vielen Monaten schwanken. Weiterhin wird zwischen leichten, mittelgradigen und schweren Depressionen unterschieden. Die genaue Diagnose wird vom behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten aufgrund der einzelnen Symptome gestellt. Da mit jeder Episode das Risiko einer erneuten Depression steigt, ist es wichtig, einen entsprechenden Verdacht abzuklären und sich behandeln zu lassen.

Bei der bipolaren Störung wechseln depressive mit sogenannten manischen Phasen ab. Ein manischer Zustand äußert sich vor allem durch gehobene und überdrehte Stimmung, Selbstüberschätzung, gesteigerte Aktivität und vermindertes Schlafbedürfnis. Durch die abwechselnden Phasen befinden sich die Betroffenen in einer Achterbahn der Gefühle zwischen „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“. Manien und Depressionen können in unterschiedlich starker Ausprägung auftreten, meistens dauern die depressiven Phasen länger an.
Dysthymie: Diese Form der chronischen Depression ist durch weniger stark ausgeprägte Symptome gekennzeichnet, die dafür aber über Jahre andauern können. Die Betroffenen können ihren Alltag und die beruflichen Aufgaben meist noch mit großer Anstrengung bewältigen.
Larvierte Depression: Bei dieser Depressionsform (larvieren = verstecken, verbergen) stehen Schmerzen und sonstige körperliche Symptome im Vordergrund und sie wird daher oft erst spät erkannt.
Organische Depression: Wenn eine andere körperliche Erkrankung die Ursache der Depression ist, wie z.B. Schilddrüsen-, Nebennieren- oder Hirnerkrankungen, spricht man von einer organischen Depression.
Saisonale Depression: Diese relativ weit verbreitete Depressionsform wird auch als Winterdepression bezeichnet, da sie normalerweise in den sonnenarmen Herbst- und Wintermonaten auftritt. Neben Symptomen der unipolaren Depression treten Heißhungeranfälle und starke Müdigkeit auf. Eine Lichttherapie mit speziellen Lampen oder regelmäßige Spaziergänge bei Tageslicht können hilfreich sein.

Burnout / Erschöpfungsdepression: Es gibt keine genauen diagnostischen Kriterien für die Diagnose „Burnout“. Ursprünglich ist damit ein Erschöpfungszustand durch Arbeitsüberlastung gemeint. „Burnout“ wird in unserer Leistungsgesellschaft gern als Ausweichwort für eine Depression verwendet, weil damit Tugenden wie hoher Arbeitseinsatz und Leistungsfähigkeit assoziiert werden. Der inflationäre Gebrauch dieses Begriffs ist insbesondere für diejenigen schädlich, die Angst davor haben, sich zu outen und dazu zu stehen, unter einer Depression, also einer psychischen Erkrankung zu leiden. Besonders anfällig für einen sogenannten Burnout sind Menschen mit einem sehr hohen Anspruch an die eigene Leistung. Hier ist vor allem eine psychotherapeutische Behandlung hilfreich.

 

Mögliche Ursachen

Die Ursachen einer Depression sind mindestens so vielfältig wie ihre Erscheinungsformen und Ausprägungen. Belastende Lebensereignisse, wie Trennung oder Tod von nahen Angehörigen und Freunden, Arbeitslosigkeit, hoher Leistungsdruck, soziale Isolation, finanzielle Sorgen, chronische Krankheiten, wie Krebs, Schmerzerkrankungen, Demenz, hormonelle Veränderungen im Wochenbett und in den Wechseljahren können eine depressive Episode auslösen, jedoch reagieren nicht alle Menschen auf solche Ereignisse mit einer Depression. Das Erkrankungsrisiko hängt vor allem von biologischen Voraussetzungen (viele Fachleute gehen davon aus, dass es eine genetische Veranlagung zu Depressionen gibt) und der bisherigen sozialen Prägung ab. Depressionen treten auch häufig in Kombination mit anderen psychischen Erkrankungen, wie Angst- und Panikstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Zwangserkrankungen, Suchterkrankungen und Essstörungen auf. Je nachdem muss die Therapie dann dementsprechend angepasst und / oder ergänzt werden.

Quelle:  “Broschüre für Patienten und Angehörige” der Deutschen DepressionsLiga, www.depressionsliga.de / Autorinnen: Beate Erhard und Françoise Margue

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