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Arbeit und Depression – Medizinische Einordnung

Zwischen Lust und Last

Arbeit im weitesten Sinne kann sowohl Fluch als auch Segen für Menschen mit Depressionen sein. Zuviel Arbeit kann depressiv machen – Arbeitslosigkeit oder Unterforderung aber auch. Chronischer Stress, Schichtdienst, flexible und unregelmäßige Arbeitszeiten begünstigen Depressionen.1http://www.iaw.uni-bremen.de/ergo-time/psyche Auch ein schlechtes Betriebsklima mit Ausgrenzung bis hin zum Mobbing kann Wegbereiter dafür sein. Menschen in sozialen Berufen wie Lehrer, Beschäftigte im Gesundheitswesen und anderen Dienstleistungssektoren sind besonders gefährdet. Aber nicht nur Erwerbsarbeit, auch Familienarbeit und die Pflege von Angehörigen, insbesondere die Belastung mit mehreren Aufgaben können eine Depression auslösen. Sie ist teilweise schwer von einem Burn-out zu unterscheiden. Die Grenzen sind oft fließend und die Symptome ähnlich. Während Burn-out oft im Zusammenhang mit bestimmten (beruflichen) Belastungen steht und nicht offiziell als Krankheit anerkannt isthttps://blog.heiligenfeld.de/unterschied-zwischen-burnout-und-depression/“>https://blog.heiligenfeld.de/unterschied-zwischen-burnout-und-depression, hängt die Depression dagegen eher von mehreren Faktoren ab. In den Betrieben sinken zwar insgesamt die Krankenstände. Der Anteil psychisch bedingter Fehlzeiten nimmt jedoch zu. Rund 17 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage sind auf psychische Erkrankungen wie Depression zurückzuführen.3https://www.dak.de/dak/download/gesundheitsreport-2017-1885298.pdf Sie sind Hauptursache für Frühberentungen. Doch soweit muss es nicht kommen. Denn ein Grund für die Zunahme ist, dass sich heute mehr Betroffene in Behandlung begeben und die Diagnose häufiger gestellt wird. Manch einem wird dann klar: Immer, wenn die Leistungsvorgaben, eigene Ansprüche und Belastungen größer sind als die Kräfte, wenn eigene Bedürfnisse zurückgestellt werden und ein gesunder Ausgleich fehlt, steigt die Gefahr für Depressionen. Auf der anderen Seite ist Arbeit auch ein Schutzfaktor für depressive Menschen, denn sie unterstützt bei der Tagesstrukturierung, sie hilft ihnen einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus einzuhalten. Außerdem bietet sie Bestätigung, kollegialen Austausch und beugt sozialem Rückzug vor. Noch vorbeugender setzt ein Betriebliches Gesundheitsmanagement an, das die Gesundheit der Beschäftigten durch gezielte Vorsorgemaßnahmen wie Bewegungsprogramme, Rückentraining, Massage und Schulung über psychische Zusammenhänge stärkt. So kommt es bei der Arbeit schließlich auf die richtige Balance zwischen Dienstzeit und Freizeit, zwischen Anspannung und Entspannung an.

Eine medizinische Einordnung von Dr. Heidrun Riehl-Halen, Auszug aus unserer Broschüre Unter besonderen Umständen.

  1. http://www.iaw.uni-bremen.de/ergo-time/psyche
  2. https://blog.heiligenfeld.de/unterschied-zwischen-burnout-und-depression
  3. https://www.dak.de/dak/download/gesundheitsreport-2017-1885298.pdf

Auszug aus unserer im Mai 2018 erschienen Broschüre Unter besonderen Umständen

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