MUT-TOUR Teilnahme - MUT-TOUR

Mitmach-Aktionen

Einige Stunden dabei sein

Du möchtest für ein paar Stunden dabei sein? Bei unseren bundesweiten und öffentlichen Mitmach-Aktionen, die zusammen mit den örtlichen Sportvereinen wie dem ADFC veranstaltet werden, kannst du für ein bis drei Stunden dabei sein. Zwischen 16.6. und 2.9.2018 gibt es in 60 Orten in ganz Deutschland Mitmach-, Mitlauf- und zwei Mitpaddel-Aktionen.

Eine Anmeldung für die Mitmach-Aktionen ist nicht nötig. Komm einfach vorbei! In der Karte können bis Sonntag, 27.5.18 noch fehlerhafte Links sein, sorry!

Karte der MUT-TOUR 2018

Eine Anmeldung für die Mitmach-Aktionen ist nicht nötig. Kommt einfach vorbei und macht mit!

Etappen-Teilnahme

Eine Woche dabei sein

Du hast Lust 2019 als feste(r) Etappen-TeilnehmerIn für 5-bis 7 Tage auf einem unserer zwei Tandem-Teams mit täglicher Öffentlichkeitsarbeit, (Wild-)Zelten und Outdoor-Erlebnissen dabei zu sein? Die Teilnehmer-Suche ist für 2018 abgeschlossen, Du kannst aber sehr gerne jetzt schon eine Email schreiben (7-tage-mitkommen@mut-tour.de), wenn Du Dir folgende Bedingungen vorstellen kannst. Wir lassen Dir dann mehr Informationen zukommen!

Oft unter- oder überschätzen sich manche Menschen. Deswegen verteilen wir die Plätze erst, nachdem sich Interessenten und Teamer bei einem der MIT-MACH-Wochenenden kennengelernt haben. Die Termine für die drei MIT-MACH-Wochenenden 2019 werden Ende Oktober 2018 festgelegt. Die Termine werden dann hier veröffentlicht und per E-Mail bekannt gegeben.

Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Du musst kein expliziter Sportler sein – wichtiger ist, dass Du eine geeignete Einstellung mitbringst und es „passt“. Für folgende Tätigkeiten solltest du dich aber im Stande fühlen:

  • Täglich im Schnitt 60 km in einem 6er-Team auf drei Tandems radeln Einige Tage und Nächte lang in der Gruppe zelten und auch mal bei spontanen Gastgebern übernachten (durch die zwei Etappen, in denen indoor übernachtet wird, können auch Teilnehmer mitkommen, die nicht zelten wollen oder können)
  • Wir bemühen uns nach Kräften, täglich mehrere Interviews mit Journalisten und zusätzlich einige „Selfies“ vom Stativ vor Rathäusern etc.
  • Ein „Outing“ innerhalb der Gruppe ist Voraussetzung, ebenso wie ein grundsätzlich offener Umgang mit dem Thema. Aber: Eine anonyme Teilnahme an der Pressearbeit ist möglich bzw. sogar gar nicht schlecht: Wir haben einen Smiley dabei, den man sich vors Gesicht halten kann – damit wollen wir auch die große Mehrheit derer repräsentieren, die sich NICHT outen können oder wollen.
  • Generell gilt: Depression ist im MUT-TOUR-Team-Alltag weder ein Muss- noch ein Tabu-Thema.

Die MUT-TOUR läuft für alle Teilnehmer auf Selbstkosten-Basis:

  • Fahrtkosten: An- und Abreise zu einem der beiden MIT-MACH-Wochenenden (s.o.), An- und Abreise um Deine Etappe herum: Hier gibt es für Leute mit wenig Geld i.d.R. Möglichkeiten der Fahrtkostenunterstützung.
  • Vorabüberweisung Deiner Futterkosten: 10 Euro pro Tag als Anteil für die Essenskasse Deiner Etappe (Wenn Du ganz knapp bei Kasse bist, gibt das Projekt 5€ pro Tag dazu)
  • Für die sportmedizinische Untersuchung können evtl. Vorabkosten entstehen, in 99% der Fälle übernehmen die Kassen diese Kosten. Aber: Im Gegensatz dazu werden 95% der tatsächlichen Kosten, die für die Organisation und Durchführung der Etappen notwendig sind, von unseren Kostenträgern getragen.
  • Zugfahrten, die während der Etappe geplant stattfinden, werden vom Projekt bezahlt.

Das wird von Dir erwartet:

  • Du hast oder leihst Dir Isomatte, Schlafsack, zwei Radhosen mit Einlagen und Regensachen. Zelt & Co werden gestellt, mehr Details später…
  • Du hast Lust auf Gruppe, Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft
  • Dir ist klar, dass es nicht immer nett und lustig, sondern auch mal „spannend“ ist und dass Du Dich einbringen musst.
  • Du kannst nicht mit (D)einem Freund, Partner oder Verwandten an derselben Etappe teilnehmen – damit es keine Voreingenommenheiten gibt, sind bei der MUT-TOUR alle TN „alleine“ dabei.
  • Du meldest Dich selbst bei uns.

Bei der MUT-TOUR fahren keine Ärzte oder Therapeuten als Behandler mit. Es gibt kein Begleitfahrzeug oder dergleichen. Wir haben eine Telefon-Hotline und die nächste Notfallstation ist meist nie wirklich weit entfernt.
Die MUT-TOUR mag für die meisten Teilnehmer anti-depressiv und für einige gar therapeutisch wirksam sein. Sie ist aber definitiv keine Therapie. Mit der Bescheinigung, die Dir Dein Hausarzt, Psychiater oder Psychologe unterschreiben muss, soll ausgeschlossen werden, dass Du stärker als akut mittel-stark depressiv betroffen bist. Wir schließen akut Depressiv-Betroffene nicht aus, weil Depressionen bei den meisten kommen und gehen. Es gibt Teilnehmer, die trotz akuter Depression gut mitfahren können, ohne sich oder uns zu überfordern.
Haupt-Zielgruppe sind dennoch die „Nicht-mehr-akut-Betroffenen“, die von ihren Erfahrungen mit ihren Episoden berichten können und helfen sollen, anderen Menschen Mut zu machen, in Behandlung zu gehen, sich um sich zu kümmern, Selbsthilfe zu betreiben, usw.
Depressionen betreffen viele Menschen, auch solche mit zusätzlichen Erkrankungen wie Borderline, Psychosen und Bipolarität. Gut eingestellte Bipolare können wir im Team mitnehmen, viele andere leider nicht. Dafür ist unser Presse- und Team-Alltag zu anstrengend. Das können wir leider weder leisten noch auffangen.

Eines unserer größten Ziele bei der Tour ist die Berichterstattung über Projekt und Anliegen. Wir haben meist 1 bis 4 Interviews am Tag, die 10 bis 60 Minuten gehen – manchmal nehmen die Lokaljournalisten unser Informationsangebot sehr ausgiebig wahr. Warum? Weil sonst anscheinend wenig Menschen offen und gelassen über Depressionen sprechen. Hinzu kommen noch ein paar „Selfies“ pro Tag – also fest einstudierte Formationen vor Sehenswürdigkeiten eines Ortes, die mit angepasster Pressemitteilung an die Vor-Ort-Medien gemailt werden.
Da nicht immer alle Teilnehmer gleichzeitig mit den Journalisten reden können, können sich die anderen ausruhen.
Zudem wird niemand auf Gruppenfotos zum Grinsen oder bei Presseterminen zum Sprechen gezwungen. Wenn jemand Anonymität möchte, ist das absolut ok bzw. sogar ganz gut: Es zeigt doch auch, wie wichtig Anti-Stigma-Projekte wie die MUT-TOUR sind. In diesem Sinne: Oute Dich bitte nur soweit, wie Du wirklich möchtest!

  • Im Schnitt fahren wir pro Tag etwa 60km. Dies ist meist gut machbar, aber dennoch tagfüllend und auch körperlich anstrengend (-:
  • In extremen Fällen können es auch mal nur 35 (Allgäu) oder gar 90 km (Nordsee bei Rückenwind) werden. De facto gibt es angepasste Tages-Leistungen bzw. bleiben wir flexibel, weil wir keine fixierten Nachtquartiere haben. Zur Not steigen wir in die Bahn.
  • Um 7 Uhr wird aufgestanden und jeder hat seine Aufgabe im Team. Die Aufgaben im Team rotieren. Wir haben Benzin- bzw. Gaskocher, Töpfe, Tellerchen & Co dabei. Gekocht wird vegetarisch, wenn dringend nötig gibt es vereinzelt rein vegane Kost. Die Kommunikation im Team verläuft an einigen Stellen basisdemokratisch, an anderen Stellen macht die Tourleitung klare Ansagen. Es gibt täglich moderierte „Things“ zwischen 14 und 17 Uhr, bei denen Befindlichkeiten und Themen besprochen und der letzte Tag nachbesprochen wird. So ein Thing dauert i.d.R. 10 bis 30 Minuten.
  • Je nach Sonnenstand versuchen wir zwischen 16 und 19 Uhr einen Schlafplatz zu finden. Das dauert meist nicht lange (15-45 Minuten), selten mal über 60-80 Minuten. Die „Zeltstadt“ abends aufzubauen, zu kochen, abzuwaschen, sich zu waschen (See, Fluss, Outdoor-Dusche, manchmal eine „echte“ Dusche), etc. dauert ca. 2-4 Stunden, je nach Eingespieltheit. I.d.R. bleiben 7-8 Stunden für guten Schlaf. Der ist wichtig.
  • Bitte keine Beschwerden, wenn es mal an einem oder mehreren Tagen ganz anders läuft. Unser Anspruch ist stets, Probleme vor Ort zu lösen. Wenn es mal technische Defekte oder soziale Probleme gibt, werden die Nächte kürzer. Dafür wird selten jemand nach Hause geschickt. Wir sind nicht „TUI für Depressionserfahrene“ oder so ein Käse
  • In den klassischen Outdoor-Etappen haben wir bisher etwa 3/4 der Nächte im Zelt verbracht, das war meist sehr schön und immer im Einklang mit der natürlichen und auch der menschlichen Umwelt! Es tut sich häufig ein tolles Plätzchen auf, wir haben aber auch viel Kontakt mit unbekannten Bürgern. Letzteres ist Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit.
  • In den 2018 auch im Team Eins neu eingeführten „Indoor-Etappen“ soll folgenden Menschen eine Mitfahrt ermöglicht werden:
    • Rückenproblemen
    • Ängsten bzgl. Sicherheit der Übernachtung bzw. sonst auch
    • Leuten, die keine Lust auf Zelten haben (…)

Wenig! Für Leute mit Tendenz zum Gruppenkoller ist die MUT-TOUR nicht das Richtige. Nachts im Zelt solltest Du Deine Ruhe haben. Schnarcher bringen als einzige ein eigenes, viertes Zelt mit ;-). Es ist leider nicht möglich, dass wir mit 6 Zelten fahren.

Teilnehmer berichten seit 2012, dass sie schon das erste Treffen als „wie ein Nach-Hause-Kommen“ erlebt haben. Ja, die MUT-TOUR ist ein tolles Netzwerk sensibilisierter Menschen mit und ohne Depressionserfahrungen, bei der jedeR (im Rahmen) so sein kann, wie er/sie ist.

Wenn jemand einen Durchhänger hat, versuchen wir es durch Gepäckverlagerung oder Co-Pilotenwechsel aufzufangen. Wenn das nicht klappt oder wenn ein Teilnehmer wider Erwarten mit der Gruppe oder die Gruppe mit ihm/ihr nicht zurechtkommt, kann es zum Abbruch kommen. Es ist wichtig, dass alle Teilnehmer (TN) ihren Beitrag dazu leisten, dass wir eine positive Zeit haben. Wenn dies nicht gelingt, kann es nötig werden, dass ein TN, die Gruppe verlässt. Aus Selbstachtsamkeit, weil er/sie doch überfordert war oder weil die Person dauerhaft Probleme erzeugt hat. Für den Fall, dass eine bestimmte Person vom Rest der Gruppe als problematisch empfunden wird und selbst keine Einsicht/Reflektion hat: Alle TN unterschreiben vor dem Etappenstart, dass sie im Extremfall aus der laufenden Etappe ausgeschlossen werden können. Dieser Ausschluss geschähe durch den Tourleiter – in Absprache mit den Teilnehmern und der begleitenden Sozialpädagogin/en. Bei den bis dato 40 Etappen hätte das 3-5 mal vorkommen sollen, ist es aber in diesen konkreten Fällen nicht. Damit sich Teilnehmer und MUT-TOUR besser kennenlernen können, machen wir nun die MIT-MACH-Wochenenden VOR einer Etappen-Zuteilung bzw. -Zusage.